Grautöne – das Chamäleon unter den Wohnfarben

Grautöne – stets im Hintergrund, sich anpassend, elegant oder langweilig. Der Grauton hat viele Gesichter. Entwickelt sich je nach Nebenfarbe in unterschiedliche Richtungen. Und ist zu vergleichen mit der Pause der Musik. Denn Grau wirkt als Pause fürs Auge.

Oft bewege ich mich draussen in der Natur. Was mir auffällt sind sanft ausgebleichte Töne von verwittertem Holz, altem Gestein, Steinmauern oder Kiesel. Für mich sind dies unendlich viele Anregungen für neutrale Farbschemata, mit denen es sich entspannt leben lässt. Schau ich genauer hin, entdecke ich zudem viele Grautöne mit kleinen Farbakzenten.

Einst die Farbe der Armen – heute allgegenwärtig.

Bewege ich mich in der modernen Architektur, werden Grautöne oft verwendet, um ein Element abzusetzen ohne einen weiteren Buntton ins Spiel zu bringen. Und auch aktuelle Einrichtungstrends bedienen sich dem Grau. Denn Grau vermittelt eine ruhige Kulisse für knallige Möbel und bunte Accessoires.

Nach seinen Anfängen als «Farbe der Armen», die sich keine teuren Pigmente leisten konnten, ist Grau derzeit allgegenwärtig. Dazu passend sind Materialien wie Beton, Edelstahl, Chrom, Messing und Holz.

Grau – die «Nichtfarbe» zwischen Eleganz und Langeweile. Als neutraler Basiston lässt Grau alle anderen Farben gut aussehen, wirkt dabei edler als Weiss oder Beige und kann neutralisierend zwischen unterschiedlichen Farbtönen wirken. Auch im oft verwendeten LED-Licht wirkt Grau stets stabil.

Kontraste gilt es zu berücksichtigen

Wenn ich mit Grautönen arbeite muss ich berücksichtigen, dass sich die «Nichtfarbe» durch einen angrenzenden, kräftigen Farbton zu dessen Gegenfarbe hin verändert. Diesen Effekt nennt man Simultankontrast. Um ihn zu verhindern, werden die Nuancen im Farbkonzept angepasst.

Ein maximum an Leuchtkraft erreiche ich, wenn der Komplementärkontrast zum Einsatz kommt. Hierbei werden zwei Farben miteinander kombiniert, die sich im Farbkreis gegenüberliegen. So zum Beispiel Gelb und Violett, Blau und Orange oder Rot und Grün. Wem das für den Alltag zu Laut wird, der sollte auf abgetönte Farben zurückgreifen. So wird das warme, leicht grünstichige Grau wunderbar durch softe Pastelltöne mit Rotanteil ergänzt. Es wirkt edel und erwachsen, kann aber auch gut im Kinderzimmer eingesetzt werden.

Grautöne im Einsatz

Ein weiteres Beispiel ist ein helles Steingrau mit Blauanteil. Das Grau unterstützt das Blau in seiner Leuchtkraft, ohne einen starken Kontrast zu erzeugen. Passend dazu ist Weiss und helles Holz. Gut vorstellen kann ich mir dies in der Küche oder im Schlafzimmer. Aber Vorsicht: je nach Tageslicht können bläuliche Grautöne auch schnell kalt und ungemütlich wirken.

Grau in dunklen Schattierungen dämpft die Stimmung. Daher ist es ratsam, ihm etwas Aufhellendes zur Seite zu stellen. Dies kann beispielsweise die Farbe Gelb sein, die Fantasie und Geist anregt und Energie ausstrahlt. Einzig zu beachten ist, dass mehr zu Grün als zu Rot tendierende Gelbtöne eher unfreundlich in Kombination mit Grau wirken. Nutze ich hingegen helle (Rosa, Hellgelb oder Hellblau) und dunkle Akzente mit der «Temperatur» des Grautons, erziele ich eine wunderbare Kombination.

Wir sehen, die «Nichtfarbe» Grau verändert immer wieder ihren Charakter: cool oder gemütlich, warm oder kalt, männlich oder feminin, romantisch verspielt oder skandinavisch pur. Kurz gesagt: eine graue Wand ist wie eine weisse Hemdbluse des Wohnens. Sie steht jedem Raum, passt zu allem und sieht immer gut aus.

Mit Sicherheit haben wir noch eine Menge weiterer Tipps, wie die Gestaltung zum Erfolg wird. Wir freuen uns auf Ihren Anruf!

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